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geschrieben: 20 July 2010 - 0 Kommentar(e) [ Kommentar(e) ] - 0 trackback(s) [ Trackback ]
Category: Mein Kulturhauptstadtjahr

Auf gehts auf die AutobahnMein Kulturhauptstadtjahr ...
... mein Still-Leben Ruhrschnellweg

Die A 40 / B1 - am 18. Juli 2010 war sie Location für die längste Tafel der Welt, Fest der Alltagskulturen, Begegnungsstätte für Ruhris und Touris, ein Straßenfest der Superlative! Still? Keineswegs! 

Schon in der Nacht zuvor hatte die Aktion viele Schaulustige zum Auflauf an die Auffahrten gelockt; einfach nur, um eine stille Autobahn zu sehen und eventuell doch beim Aufbau der Tische auf die einen oder anderen Pleitgen, Pech und Pannen zu warten.

Bunt geschmücktes Fußball-Fan-Haus in Essen-FrillendorfDann war es soweit: endlich mal selbst das bunt geschmückte Fußball-Fan-Haus in Frillendorf in aller Ruhe von der Autobahn aus bestaunen.

Manch einer hatte gehofft, auf der Hauptschlagader des Ruhrgebiets, der meist befahrenen Autobahn Deutschland, endlich mal voran zu kommen und nicht ewig im Stau zu stehen ... Doch der Ruhrschnellweg war, was er immer ist: Ruhrschleichweg!

An manchen Stellen gab es weder auf der Lauf- noch auf der Mobilitätsspur ein Vorankommen, so dass "Auffahrten" teils gesperrt werden mussten. Wem ist das je passiert, wenn er mit dem Auto unterwegs war?

Mit Selbstverständlichkeit über die Autobahn laufenEs waren alle dabei: Groß und Klein, Jung und Alt. Mit großer Selbstverständlichkeit nutzten Viele die Möglichkeit, ohne Auto auf der Autobahn unterwegs zu sein. Trotz eigentlichen Verbots wurde der Mittelstreifen mit Busspur belaufen und befahren sowie Abkürzungen durch und hinter Tische und Stände der sich präsentierenden Projekte und Initiativen gesucht. Manch einer reagierte sogar mit großem Unverständnis, wenn er darauf hingewiesen wurde, doch bitte die Laufspur zu nutzen und nicht über die durch andere Personen gebuchten Tische und Bänke zu klettern.
Und wer war wieder das größte "Vorbild" auch in dieser Hinsicht? Die "Über-die-schlimme-Jugend-von-heute-meckern"-Generation brüskierte sich mit Sätzen wie "Da vorne ist aber so voll. Da komme ich nicht durch." Tja, das war eigentlich von Weitem abzusehen und damit mussten an diesem Tag und diesem Ort Viele (still-) leben.

Auch das Prinzip des "rechts stehen, links gehen" schien vielen Personen wie bei der Nutzung von Rolltreppen unbekannt zu sein, so dass sie mitten auf der Laufspur stehen blieben und so zu berühmt-berüchtigten "Staus on the B 1" führten. Ich als Weihnachtsmarkt-Schnell-Slalom-Läuferin habe da bald aufgegeben und kam nicht mal bis zur nächsten Auffahrt.

Die Band RuhrschnellwegTrotzdem war die Stimmung super und ausgelassen, es wurde gesungen und getanzt, etwa zur "Ruhrschnellweg"-Musik, die Band die den ganzen Tag lang auf ihrem Ruhrpottmobil ihre Songs zum Besten gab. Ein riesiges Open-Air-Festival!

Tatort A 40Und danach?
Keine Müllberge, das Ruhrgebiet ist sauber geblieben.
Erinnerungen an den Tatort werden bald verschwunden sein: Kreidezeichnungen, um zu zeigen "ich war hier!"
Am Abend blieb die A 40 noch gesperrt wegen "Sperrmülls auf der Fahrbahn", verlassene und zusammengeklappte Bierzelttische warteten auf den Abtransport.

Sperrmüllauf der FahrbahnEin riesiges Spektakel, und jetzt: alles vorbei!?
Nein, es wird eine Wiederholung des Still-Lebens alle zwei Jahre in Aussicht gestellt. Ja, das Interesse war groß, aber war es das nicht wegen der Besonderheit, der Einzigartigkeit?! Vielleicht sollte man doch eher über eine Love-Parade auf der Autobahn nachdenken ...

Ja, das Still-Leben war eine erfolgreiche, einzigartige Aktion, da musste man einfach dabei sein. Denn wann darf man schon mal als Fußgänger auf einer Autobahn laufen, ohne seine eigene Radiomeldung zu bekommen?!

Infos zum Still-Leben Ruhrschnellweg gibt es hier.

Einige meiner Eindrücke der Aktion findet ihr in meinem Foto-Album Mein Kulturhauptstadtjahr - RUHR.2010

Wie erlebt ihr das Kulturhauptstadtjahr 2010?
Ich bin gespannt auf eure Kulturhauptstadt-Eindrücke, ob aus dem Ruhrgebiet, Istanbul oder Pécs!

Weitere Teile meiner Blog-Serie könnt ihr hier lesen.
Das Foto-Album dazu gibt's hier.

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